Giftigkeit ist ein relativer
Begriff, das wußte schon der mittelalterliche Arzt Paracelsus,
von dem der bekannte Satz stammt:
„Allein die Dosis macht
ein Gift.“
Diese Aussage erklärt, warum die Übergänge zwischen
Heilpflanzen und Giftpflanzen fließend sind und warum der
Begriff "Giftpflanzen" nicht leicht zu umreißen
ist. Ob und wie stark eine bestimmte Wirkstoff-Dosis bei einem Menschen
als Gift wirkt, hängt auch von seinem Alter, seiner Konstitution
und seinem Gesundheitszustand ab. Außerdem muß man wissen,
daß nicht jede Pflanze der gleichen Art den gleichen Wirkstoffgehalt
hat. In Abhängigkeit vom Erbgut (Unterarten, Rassen), vom Standort,
vom Klima und Wetter, vom Alter und von der Vegetationsperiode der
Pflanze unterliegen die Wirkstoffmengen Schwankungen. Auch die verschiedenen
Organe einer Pflanze (z. B. Wurzel, Stengel, Blätter, Blüten,
Früchte) können verschiedene Wirkstoffe bzw. Wirkstoffmengen
enthalten. Zur Gruppe der "Giftpflanzen" gehören
solche Bäume, Sträucher und krautige Pflanzen, deren Inhaltsstoffe
bei Menschen und Tieren Gesundheitsstörungen hervorrufen können.
Zur Vergiftung mit sogenannten Giftpflanzen kommt es nur, wenn die
kritischen Wirkstoffe in genügend hoher Dosierung im oder am
Körper einwirken können. Glücklicherweise verhindert
ein spontanes Erbrechen (körpereigener Schutzmechanismus) in
vielen Fällen, daß eine solche giftige Wirkstoff-Konzentration
entsteht.
|